Chartreuse: Der französische Kräuterklassiker

Kaum eine Cock­tail­zu­tat pola­ri­siert mehr als jener Likör, der seit Jahr­hun­der­ten von Kart­häu­ser­mön­chen her­ge­stellt wird. Ent­we­der man liebt oder hasst ihn.

Zu den Pro­duk­ten der gro­ßen Kart­hau­se gehö­ren unter ande­rem die häu­fig für Cock­tails ver­wen­de­te 55-pro­zen­ti­ge Chart­reu­se Ver­te (grün) und die etwas mil­de­re Vari­an­te Chart­reu­se Jau­ne (gelb) mit »nur« 40 Volu­men­pro­zent.

Die tra­di­tio­nel­len Likö­re wer­den mit Wein­geist, Zucker und den Aus­zü­gen von bis zu 130 Kräu­tern her­ge­stellt und anschlie­ßend fünf bis acht Jah­re lang in Eichen­holz­fäs­sern gereift.

Der Geschmack ist aus­ge­wo­gen und inten­siv. Für mich besteht die Haupt­aro­ma­tik aus einer Mischung aus Fen­chel, Eisen­kraut und einem Hauch Anis, aber das ist eher sub­jek­tiv. Wirk­lich her­aus­deu­ten kann man kei­ne der Ein­zel­zu­ta­ten.

Vor allem die grü­ne Chart­reu­se eig­net sich sowohl zum puren Genuss, als auch für eine Rei­he her­vor­ra­gen­der Cock­tails.

Last Word

Einer der bekann­tes­ten Cock­tails mit grü­ner Chart­reu­se ist wohl der Last Word. Er kom­bi­niert Gin, Chart­reu­se, fruch­ti­gen Mara­schi­no­li­kör und die mil­de Säu­re von Limet­ten­saft zu einem aus­ge­wo­ge­nen, inter­es­san­ten Cock­tail. Das Rezept besteht aus glei­chen Tei­len der Zuta­ten. Auf Deko­ra­ti­on kann getrost ver­zich­tet wer­den.

  • 3 cl Gin, z. B. Bee­fea­ter
  • 3 cl Chart­reu­se Ver­te
  • 3 cl Mara­schi­no­li­kör
  • 3 cl Limet­ten­saft

Zuta­ten mit Eis schüt­teln und in ein vor­ge­kühl­tes Cou­pet­te-Glas dop­pelt absei­hen.

Bijou

Bei­na­he genau­so beliebt wie der Last Word, ver­folgt der Bijou einen gänz­lich ande­ren Ansatz. Zwar kommt auch hier Gin zum Ein­satz, aber der Bijou ist eher ein ursprüng­li­cher Cock­tail mit Bit­ters und Wer­mut, dafür ohne Zit­rus­säf­te.

  • 3 cl Gin, z. B. Bee­fea­ter
  • 3 cl Chart­reu­se Ver­te
  • 3 cl süßer Wer­mut, z. B. Noil­ly Prat Rouge
  • 2 Sprit­zer Oran­ge Bit­ters, z. B. von The Bit­ter Truth
  • Oran­gen­zes­te

Zuta­ten mit viel Eis ver­rüh­ren und in ein gekühl­tes Cou­pet­te-Glas geben, Oran­gen­zes­te über dem Drink aus­pres­sen und hin­ein­ge­ben oder kunst­voll auf dem Glas dra­pie­ren.

Champs Élysées

Die­ser aus­ge­spro­chen lecke­re Cock­tail kom­bi­niert viel­fäl­ti­ge Aro­ma­ti­ken, ohne unaus­ge­gli­chen zu wir­ken. Wer sich für den Geschmack von Cognac und Chart­reu­se begeis­tern kann, soll­te ihn unbe­dingt ver­su­chen.

  • 4,5 cl Cognac, am liebs­ten Cour­voi­sier V.S.O.P.
  • 2 cl Zitro­nen­saft
  • 1,5 cl Chart­reu­se Ver­te
  • 1,5 cl Zucker­si­rup
  • 1 – 2 Spit­zer Aro­ma­tic Bit­ters, z. B. von The Bit­ter Truth

Zuta­ten mit Eis schüt­teln und in ein vor­ge­kühl­tes Cou­pet­te-Glas dop­pelt absei­hen.

 

Wer eine Vor­lie­be für Kräu­ter­li­kö­re hat, soll­te sich unbe­dingt eine Fla­sche Chart­reu­se anschaf­fen. Für die meis­ten Cock­tails wird die grü­ne Vari­an­te benö­tigt. Wer es etwas mil­der mag, darf ger­ne auch die Gel­be ver­su­chen.

 


Fotos: Nico­lai Brunn

André Körner

Seit 2016 beschäftige ich mich intensiv mit hochwertigen Spirituosen und deren Verwendung in Cocktails und Drinks aller Art. Ich sammle, teste und optimiere Cocktailrezepte und habe The Shark Creek Magazine gegründet, um andere daran teilhaben zu lassen. Zudem entwickle ich gerade die App Ginder zur Bewertung von Gin&Tonic-Kombinationen.