Süße Versuchung: Honig im Cocktail

Kein ande­res Süß­mit­tel ist so vari­an­ten­reich und viel­schich­tig wie Bie­nen­ho­nig. Je nach Regi­on und der dort vor­han­den Vege­ta­ti­on besitzt Honig kom­ple­xe Aro­ma­ti­ken, inten­si­ve Wür­ze und fruch­ti­ge Kopf­no­ten.

Es ist nicht ver­wun­der­lich, dass sich so man­cher Cock­tail die­se Aro­men­viel­falt zu Nut­ze macht.

Honigsirup

Purer Honig wird bei Kon­takt mit Eis oder einem gekühl­ten Glas nahe­zu hart. Ein Trick schafft Abhil­fe: Der Honig­si­rup.

  • 2 Tei­le Honig nach Wahl
  • 1 Teil abge­koch­tes, aber etwas abge­kühl­tes Was­ser

Bei­de Zuta­ten gut ver­rüh­ren und in eine Glas­fla­sche abfül­len. Gut ver­schlos­sen hält sich Honig­si­rup im Kühl­schrank rela­tiv lan­ge, da Honig natür­li­che Kon­ser­vie­rungs­stof­fe ent­hält.

Der richtige Honig

Mit der rich­ti­gen Wahl des Honigs kann man steu­ern, zu wel­chen Spi­ri­tuo­sen der Honig­si­rup har­mo­niert. Wild­blü­ten­ho­nig ist für den Anfang gut geeig­net, er hat ein aus­ge­gli­che­nes, mil­des Bou­quet. Wald­ho­nig kann durch sei­ne tan­ni­gen, wür­zi­gen Aro­men ein guter Gegen­spie­ler zu süßem Bour­bon sein. Aber auch Lin­den­blü­ten­ho­nig kann einem The Bee’s Knees Cock­tail mit Sieg­fried Gin einen zusätz­li­chen Boost geben.

Hier gibt es viel Spiel­raum für Expe­ri­men­te, z. B. mit Laven­del­ho­nig, Berg­blü­ten­ho­nig etc.

The Bee’s Knees

Der wohl bekann­tes­te Honig­cock­tail ist ein klas­si­scher Sour. Er ent­fal­tet jedoch ein deut­lich kom­ple­xe­res, inter­es­san­te­res Aro­ma als ein nor­ma­ler Gin Sour.

  • 6 cl Gin, z. B. Bee­fea­ter
  • 2 cl Zitro­nen­saft
  • 2 cl Honig­si­rup, z. B. aus Wild­blü­ten­ho­nig
  • Oran­gen­zes­te

Alle Zuta­ten mit Eis schüt­teln und in ein gekühl­tes Cou­pet­te-Glas dop­pelt absei­hen. Oran­gen­zes­te über dem Drink aus­pres­sen und hin­ein­ge­ben.

Gold Rush

Der Bour­bon-Cock­tail hat eine enor­me Fül­le, hier kann man einen Wald­ho­nig ver­wen­den, um den Tief­gang noch wei­ter zu inten­si­vie­ren.

  • 5 cl Bour­bon, z. B. Jim Beam Dou­ble Oak
  • 2 cl Zitro­nen­saft
  • 2 cl Honig­si­rup, z. B. aus Wald­ho­nig
  • Oran­gen­zes­te

Alle Zuta­ten mit Eis schüt­teln und in ein gekühl­tes Cou­pet­te-Glas dop­pelt absei­hen. Oran­gen­zes­te über dem Drink aus­pres­sen und hin­ein­ge­ben.

Pink Beetini

Die­ser von mir ent­wi­ckel­te Cock­tail ent­hält, unty­pisch für einen Mar­ti­ni, eine sau­re Kom­po­nen­te. Der Zitro­nen­saft balan­ciert die Süße des Honigs aus, ohne das »Mar­ti­ni-Fee­ling« zu beein­träch­ti­gen. Da der Drink gerührt wird, emp­feh­le ich, kla­ren Zitro­nen­saft zu ver­wen­den.

→ Rezept für kla­ren Zitro­nen­saft

  • 6 cl Gin, z. B. Bee­fea­ter
  • 1 cl tro­cke­ner Wer­mut, z. B. Noil­ly Prat
  • 1,5 cl Zitro­nen­saft, am bes­ten klar
  • 2 cl Honig­si­rup, z. B. aus Wild­blü­ten­ho­nig
  • 0,5 cl Gre­na­dine
  • Oran­gen­zes­te

Alle Zuta­ten mit reich­lich Eis ver­rüh­ren, in ein vor­ge­kühl­tes Cou­pet­te-Glas absei­hen. Oran­gen­zes­te über dem Drink aus­pres­sen und an den Rand des Gla­ses deko­rie­ren.

 

Es bleibt nur zu emp­feh­len, auch ande­re Cock­tails mit Honig­si­rup statt Zucker­si­rup aus­zu­pro­bie­ren. Oft­mals gelingt es, dem Drink eine wei­te­re inter­es­san­te Geschmacks­di­men­si­on hin­zu­zu­fü­gen.

 


Fotos: André Kör­ner

André Körner

Seit 2016 beschäftige ich mich intensiv mit hochwertigen Spirituosen und deren Verwendung in Cocktails und Drinks aller Art. Ich sammle, teste und optimiere Cocktailrezepte und habe The Shark Creek Magazine gegründet, um andere daran teilhaben zu lassen. Zudem entwickle ich gerade die App Ginder zur Bewertung von Gin&Tonic-Kombinationen.