Tequila ist die wohl bekannteste Sonderform der mexikanischen Agavenspirituose Mezcal. Er wird ausschließlich aus den Herzen der blauen Agave hergestellt. Es gäbe zu Tequila einiges zu erzählen, ich beschränke mich aber auf das, was für unsere Cocktails wichtig ist.
Der passende Tequila
Tequila wird in Eichenholzbehältern in Kastenform oder in Fässern gereift. Er wird in mehrere Reifungsgrade unterteilt, von denen vier für die meisten bei uns erhältlichen Varianten relevant sind:
- blanco/silver: Ungereifter Tequila, den ich nur selten für Cocktails benutze
- joven/gold: Ein Blend aus ungereiftem und gereiftem Tequila
- reposado/aged: Mindestens zwei Monate gereift
- añejo/extra-aged: Mindestens ein Jahr, maximal aber drei Jahre in Behältern mit maximal 600 Litern Fassungsvermögen gelagert
Neben der Reifungsdauer ist auch der Agaven-Anteil für die Qualität der Spirituose ausschlaggebend. Viele der hierzulande erhältlichen Tequilas haben nicht die Qualität »100 % Agave azul«, sondern sind sogenannte Mixtos mit mindestens 51 % Agavenanteil.
Hervorragende hundertprozentigen Agavantequilas im Einsteigerbereich sind z. B. Sauza Hornitos oder El Jimador. Wer etwas mehr Geld ausgeben möchte, wählt einen Don Julio oder gar einen Patrón.
Doch auch unter den Mixto-Tequilas gibt es sehr leckere Varianten, z. B. Sauza gold oder Olmeca gold, die sich ebenfalls hervorragend für die nachfolgenden Cocktails nutzen lassen.
Von der Verwendung von Sierra Tequila solltet ihr hingegen auf jeden Fall Abstand nehmen. Ich denke jeder erinnert sich an seinen ersten Ekel von Sierra-Shots.
Tequila Old Fashioned
Wer kennt das Problem nicht: Man hat Lust auf einen Old Fashioned, aber es ist einfach viel zu heiß. Hier schafft der Tequila Old Fashioned auf herrlich erfrischende Weise Abhilfe.
Dieser Drink schmeckt hervorragend mit Sauza Hornitos oder auch Sauza gold. Ihr dürft aber gerne auch einen Don Julio reposado probieren. Und was die Bitters angeht: Der Tequila Old Fashioned ist der einzige Drink, in dem mir auch Angostura Bitters ganz gut schmecken. Am liebsten nehme ich trotzdem Jerry Thomas Bitters.
- 6 cl Tequila, z. B. Sauza gold
- 1 Barlöffel Agavensirup
- 2 – 3 Spritzer Bitters, z. B. Jerry Thomas Own Decanter Bitters von The Bitter Truth
- Limettenzeste
Alle Zutaten bis auf die Limettenzeste in ein vorgekühltes Double-Old-Fashioned-Glas geben und mit reichlich Eis kaltrühren. Limettenzeste über dem Drink auspressen und mit ins Glas geben.
→ zum Old-Fashioned-Rezept mit Rye Whiskey
Mexican Penicillin
Bei dieser Abwandlung des klassischen Penicillin wird der Whisky durch Tequila ersetzt und der Honig durch Agavensirup. Als rauchige Komponente findet Mezcal Verwendung.
- 6 cl Tequila, z. B. Olmeca gold
- 3 cl Limettensaft
- 1,5 cl Ingwersirup, z .B. von Monin
- 1 cl Agavensirup
- 1 Barlöffel Mezcal, z. B. del Maguey Vida
- Limettenspalte
Alle Zutaten bis auf den Mezcal und die Limettenspalte mit reichlich Eis schütteln und in ein mit Eis gefülltes, vorgekühltes Double-Old-Fashioned-Glas doppelt abseihen. Den Drink mit dem Mezcal floaten und mit der Limettenspalte garnieren.
Tequila Sunrise
Dieser fruchtig-süße Cocktail verdankt seinen Namen dem durch Orangensaft und Grenadine entstehenden Farbverlauf, der einem Sonnenaufgang ähnelt. Für diesen Drink verwende ich am liebsten El Jimador reposado und natürlich frisch gepressten Orangensaft.
- 6 cl Tequila, z. B. El Jimador reposado
- 12 cl Orangensaft
- 2 cl Grenadine-Sirup, z. B. von Monin
- Orangenscheibe
Den Tequila und den Orangensaft in ein ein vorgekühltes Hurricane-Glas geben und mit reichlich Eis kaltrühren. Den Grenadinesirup vorsichtig hineingießen und 1 – 2 Mal umrühren, dass der charakteristische Farbverlauf entsteht. Mit einer Orangenscheibe am Glasrand garnieren. Mit Trinkhalm servieren.
Sea of Cortez
Ein weiterer leckerer Cocktail mit Tequila, kombiniert mit Crème de Cassis.
→ zum Rezept für den Sea of Cortez
Mit diesen Cocktails könnt ihr das Trauma überwinden, dass euch Sierra-Shots mit Zitrone und Salz beschert haben. Probiert sie aus, sie werden euch gefallen!
