Kein anderes Süßmittel ist so variantenreich und vielschichtig wie Bienenhonig. Je nach Region und der dort vorhanden Vegetation besitzt Honig komplexe Aromatiken, intensive Würze und fruchtige Kopfnoten.
Es ist nicht verwunderlich, dass sich so mancher Cocktail diese Aromenvielfalt zunutze macht.
Der richtige Honig
Wie bei allen Cocktailzutaten sollte man auch hier auf eine entsprechend hohe Qualität achten. Auf keinen Fall sollte man auf Industrieprodukte zurückgreifen. Ich verwende Honig mit der Bezeichnung »Echter deutscher Honig«. Dieser wird ausschließlich in Deutschland produziert und ist gänzlich naturbelassen.
Mit der richtigen Wahl der Sorte kann man steuern, zu welchen Spirituosen der Honigsirup harmoniert. Wildblütenhonig ist für den Anfang gut geeignet, er hat ein ausgeglichenes, mildes Bouquet. Waldhonig kann durch seine tannigen, würzigen Aromen ein guter Gegenspieler zu süßem Bourbon sein. Aber auch Lindenblütenhonig kann einem The Bee’s Knees mit Siegfried Gin einen zusätzlichen Boost geben.
Hier gibt es viel Spielraum für Experimente, z. B. mit Lavendelhonig, Bergblütenhonig etc.
Honigsirup
Purer Honig wird bei Kontakt mit Eis oder einem gekühlten Glas nahezu hart. Ein Trick schafft Abhilfe: Der Honigsirup.
- 2 Teile Honig nach Wahl
- 1 Teil abgekochtes, aber etwas abgekühltes Wasser
Beide Zutaten gut verrühren und in eine Glasflasche abfüllen. Gut verschlossen hält sich Honigsirup im Kühlschrank relativ lange, da Honig natürliche Konservierungsstoffe enthält.
Pink Beetini
Dieser von mir entwickelte Cocktail enthält, untypisch für einen Martini, eine saure Komponente. Die Säure des Zitronensaftes balanciert die Süße des Honigs aus, ohne das »Martini-Feeling« zu zerstören. Da der Drink gerührt wird, empfehle ich, klaren Zitronensaft zu verwenden. Der Drink eignet sich übrigens, wie auch der Parisian Martini, perfekt für Martini-Einsteiger.
- 6 cl Gin, z. B. Beefeater
- 1 cl trockener Wermut, z. B. Noilly Prat
- 1,5 cl Zitronensaft, am besten klar
- 1,5 cl Honigsirup, z. B. aus Wildblütenhonig
- 0,5 cl Grenadine
- Orangenzeste
Alle Zutaten mit reichlich Eis verrühren und in ein vorgekühltes Coupette-Glas abseihen. Orangenzeste über dem Drink auspressen und an den Rand des Glases dekorieren.
The Bee’s Knees
Der wohl bekannteste Honigcocktail ist ein klassischer Sour. Er entfaltet jedoch ein deutlich komplexeres, interessanteres Aroma als ein normaler Gin Sour.
- 6 cl Gin, z. B. Beefeater
- 2 cl Zitronensaft
- 2 cl Honigsirup, z. B. aus Wildblütenhonig
- Orangenzeste
Alle Zutaten mit Eis schütteln und in ein gekühltes Coupette-Glas doppelt abseihen. Orangenzeste über dem Drink auspressen und hineingeben.
Gold Rush
Der Bourbon-Cocktail hat eine enorme Fülle, hier kann man einen Waldhonig verwenden, um den Tiefgang noch weiter zu intensivieren.
- 5 cl Bourbon, z. B. Jim Beam Double Oak
- 2 cl Zitronensaft
- 2 cl Honigsirup, z. B. aus Waldhonig
- Orangenzeste
Alle Zutaten mit Eis schütteln und in ein gekühltes Coupette-Glas doppelt abseihen. Orangenzeste über dem Drink auspressen und hineingeben.
Canchánchara
Eines der Nationalgetränke Kubas kombiniert Honig mit Rum. Ein weiterer hervorragender Cocktail!
→ direkt zum Canchánchara-Rezept
Es bleibt nur zu empfehlen, auch andere Cocktails mit Honig- statt Zuckersirup auszuprobieren. Oftmals gelingt es, dem Drink eine weitere interessante Geschmacksdimension hinzuzufügen.
Foto: André Körner
