Kaum ein Getränk ist bei den Deutschen so beliebt wie Kaffee, und längst ist daraus eine regelrechte Wissenschaft geworden.
Eines der Zauberworte ist hier Cold-brew Coffee, der mit einem Brühverfahren ohne Hitze zubereitet wird und so besonders reich an fruchtigen Aromen, aber arm an unerwünschten Bitterstoffen ist. Dieser Cold-brew lässt sich nicht zuletzt auch wunderbar im Cocktail verwenden.
Wer jetzt denkt, dass man für einen guten Cold-brew-Kaffee zwingend eine kostenintensive Apparatur anschaffen oder ein Fertigprodukt kaufen muss, der irrt. Mit folgendem Rezept könnt ihr ohne großen Aufwand ein hervorragendes Kaffeekonzentrat herstellen.
Das Rezept für Cold-brew Coffee
Wichtig ist, dass ihr einen hochwertigen, relativ grob gemahlenen Kaffee verwendet, am besten Espresso. Ich verwende am liebsten die Sorte Malabar Sona, ein Bioprodukt des Aschaffenburger Rösters Kaffee Braun. Es funktioniert aber auch jeder andere aromatische Bohnenkaffee, der euch schmeckt. Ihr erhaltet mit diesem beliebig skalierbaren Rezept ca. 200 ml Endprodukt.
- 75 g Kaffeebohnen, grob gemahlen
- 300 ml Wasser
Beide Zutaten in ein Glas- oder Keramikgefäß geben und kräftig durchrühren. In den Kühlschrank stellen. Nach 24 Stunden durch ein Filtertuch abseihen und in eine saubere Flasche abfüllen. Im Kühlschrank hält sich der Cold-brew mindestens eine Woche.
Verwendung in Cocktails
Den hausgemachten Cold-brew Coffee könnt ihr entweder als Frühstücks- oder Nachmittagskaffee mit der ein- bis zweifachen Menge kochendem Wasser mischen, oder ihn aber zu einer Vielzahl an leckeren Cocktails verarbeiten. Die drei Folgenden sind meine Favoriten.
Vanilla Espresso Daiquiri
Die hier verwendete Zutaten-Kombination erzeugt eine unheimlich intensive Gesamtaromatik. Rum, Vanille und Kaffee passen naturgemäß hervorragend zusammen, und der verwendete Limettensaft fungiert als stimmiger Gegenspieler zu den Kaffeearomen. Ein sehr leckerer After Dinner Cocktail!
- 3,5 cl kubanischer Rum, z. B. Havana Club Añejo Especial
- 2,5 cl Vanillesirup, am besten selbstgemacht¹
- 1,5 cl Limettensaft
- 2,5 cl Cold-brew Coffee
- 3 Kaffeebohnen zum Garnieren
Alle Zutaten mit reichlich Eis schütteln und in ein vorgekühltes Coupette-Glas doppelt abseihen. Mit den Kaffeebohnen garnieren.
¹ Für den Vanillesirup das Mark aus zwei Vanilleschoten schaben und mit den Schoten in einen Topf geben. Mit 250 g Zucker und 250 ml Wasser aufkochen lassen und 10 Minuten ziehen lassen. Weitere 250 g Zucker hinzugeben und rühren, bis der Sirup klar ist. Abseihen und abkühlen lassen.
Churchill’s Breakfast
Dieser Cocktail lebt vom würzigen Zusammenspiel aus Rye, Ahornsirup, Kaffee, Bitters und Zimt. Die Verwendung des Zimtes in diesem Drink wirkt umständlich, lohnt sich aber ungemein!
- 4,5 cl Rye Whiskey, z. B. LOT 40 oder Bulleit Rye
- 1,5 cl Cold-brew Coffee
- 0,75 cl Ahornsirup
- 1 Spritzer Aromatic Bitters, z. B. Bogart’s Bitters von The Bitter Truth
- 1 Zimtstange
Zuerst die Zimtstange mit einem Feuerzeug oder einem kleinen Gasbrenner anrösten und ein vorgekühltes Coupette-Glas darüber stülpen, sodass der Zimtrauch das Glas ausfüllen kann.
Die übrigen Zutaten mit reichlich Eis schütteln. Das Glas umdrehen und etwas Zimt vom ungerösteten Ende der Stange ins Glas reiben. Den Drink doppelt in das Glas abseihen und mit der Zimtstange garnieren.
Cold-Brew Coffee Negroni
In dieser Abwandlung eines klassischen Negroni wird der Gin durch Cold-brew Coffee ersetzt. Das macht den Drink zum perfekten Genuss für den Sonntagnachmittag. Wer einen etwas stärkeren Aperitif sucht, der kann bei diesem Drink auch zusätzlich 3 cl Gin hinzufügen.
- 3 cl Cold-brew Coffee
- 3 cl Campari
- 3 cl süßer Wermut, z. B. Carpano Antica Formula
- Orangenzeste
Alle Zutaten in ein vorgekühltes, mit reichlich Eis gefülltes Double-Old-Fashioned-Glas geben und kaltrühren. Die Öle der Orangenzeste über dem Drink auspressen. Zeste nicht mit ins Glas geben.
Cold-brew Coffee ist eine simple, aber sehr aromatische Möglichkeit, Kaffeearomen in die heimische Cocktailbar zu integrieren. Probiert es aus!
Foto: André Körner
