D.O.M Bénédictine: Der Kräuterlikör mit Honignote

D.O.M Bénédictine: Der Kräuterlikör mit Honignote

So manch einer denkt beim Begriff »Kräu­ter­li­kör« an Spi­ri­tuo­sen wie Jäger­meis­ter oder Blut­wurz. Dass es auch mil­der, fein­glied­ri­ger und vor allem cock­tail­taug­li­cher geht, wird einem bewusst, wenn man zum ers­ten Mal D.O.M Béné­dic­ti­ne kos­tet.

Das viel­schich­ti­ge Bou­quet lässt einen zuerst an Honig, Melis­se und Eisen­kraut den­ken. Danach bemerkt man Vanil­le- und Zimt­no­ten. Die ins­ge­samt 27 Kräu­ter und Gewür­ze sind ange­nehm abge­stimmt und bil­den ein sehr süßes, volu­mi­nö­ses Gesamt­bild. Trotz sei­ner 40 % lässt sich D.O.M Béné­dic­ti­ne ange­nehm pur genie­ßen.

Geschichte

Wie auch der bekann­te Klas­si­ker Chart­reu­se hat D.O.M Béné­dic­ti­ne sei­ne Wur­zeln in den Klös­tern Frank­reichs. Bereits 1510 sol­len die Bene­dik­ti­ner­mön­che der Abtei Fécamp den Vor­läu­fer der Spi­ri­tuo­se ent­wi­ckelt haben. Das Rezept sei, so die Legen­de, 1863 wie­der­ent­deckt und ver­mark­tet wor­den. Der heu­te erhält­li­che Béné­dic­ti­ne wird mit einem kom­ple­xen Ablauf von Extrak­ti­ons- und Maze­ra­ti­ons­ver­fah­ren her­ge­stellt und anschlie­ßend in Eichen­fäs­sern gereift.

B&B

Weit ver­brei­tet ist eine Kom­bi­na­ti­on aus Béné­dic­ti­ne und in den USA als Bran­dy bezeich­ne­tem Cognac. Vom so ent­stan­de­nen Cock­tail »B&B« schwärm­te 1919 bereits Ernest Heming­way. Es ist nicht wei­ter ver­wun­der­lich, dass der B&B seit den 1930er Jah­ren auch als Fer­tig­mix­tur ver­trie­ben wur­de.

Aber weil Selbst­ge­mach­tes immer am bes­ten schmeckt, lege ich euch das fol­gen­de Rezept nach dem Misch­ver­hält­nis von Charles Schu­mann ans Herz. Ich bevor­zu­ge Cour­voi­sier V.S.O.P. als »Bran­dy­an­teil«. Der Hauch von Dörr­pflau­men und hol­zi­gen Erd­no­ten har­mo­niert per­fekt zum honig­sü­ßen Kräu­ter­mix des Béné­dic­ti­ne.

  • 4,5 cl Cognac, z. B. Cour­voi­sier V.S.O.P.
  • 3 cl D.O.M Béné­dic­ti­ne

Bei­de Zuta­ten in ein vor­ge­kühl­tes, mit reich­lich Eis gefüll­tes Dou­ble-Old-Fashio­ned-Glas geben und kal­trüh­ren.

Widow’s Kiss

Béné­dic­ti­ne fin­det in vie­len Cock­tails Ver­wen­dung, so z. B. im Vieux Car­ré oder im Sin­g­a­po­re Sling. Stell­ver­tre­tend möch­te ich hier einen beson­ders lecke­ren Drink emp­feh­len. Der Widow’s Kiss ist, wie der B&B auch, sehr alko­hol­las­tig und soll­te daher mit Vor­sicht genos­sen wer­den. Man soll­te ihn aber unbe­dingt pro­biert haben, denn Béné­dic­ti­ne und Chart­reu­se pas­sen per­fekt zum inten­si­ven Apfel­aro­ma von Cal­va­dos.

  • 6 cl Cal­va­dos, am bes­ten Papidoux V.S.O.P.
  • 3 cl Chart­reu­se Ver­te
  • 3 cl D.O.M. Béné­dec­ti­ne
  • 1 Sprit­zer Aro­ma­tic Bit­ters, z. B. Angos­tu­ra

Alle Zuta­ten mit viel Eis schüt­teln und in ein klei­nes, vor­ge­kühl­tes Cou­pet­te-Glas dop­pelt absei­hen. Einen Minz­zweig auf dem Hand­rü­cken leicht anschla­gen und in den Drink geben.

Honeymoon

Ein wei­te­rer her­vor­ran­ge­der Cock­tail mit Béné­dic­ti­ne und Cal­va­dos ist der Honey­moon Cock­tail.

→ direkt zum Rezept

 

Ich sel­ber habe lan­ge gezö­gert, mir eine Fla­sche D.O.M Béné­dic­ti­ne zuzu­le­gen. Letz­ten Endes habe ich es bereut, dass mir die­se Köst­lich­keit so lan­ge ver­bor­gen blieb.

 


Fotos: Nico­lai Brunn

André Körner

Seit 2016 beschäftige ich mich intensiv mit hochwertigen Spirituosen und deren Verwendung in Cocktails und Drinks aller Art. Ich sammle, teste und optimiere Cocktailrezepte und habe The Shark Creek Magazine gegründet, um andere daran teilhaben zu lassen.

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